
Magdeburg, Elbestadt und Hauptstadt Sachsen-Anhalts mit knapp 240.000 Einwohner*innen ist jetzt gut ein Jahr dabei in Sachen digitaler Bürger*innenbeteiligung. Bei der Beteiligung geht es konkret um das Stadtplanungsthema „Zentraler Platz/Elbufer“. Damit ist der Prämonstratenserberg gemeint - ein Viertel in der Altstadt. In diesem Prozess sollen die Bürger*innen mit verschiedenen interaktiven Partizipationsmethoden eingebunden werden.
Aber der Reihe nach: Im Juli 2021 hat der Stadtrat von Magdeburg mit großer Mehrheit einen Grundsatzbeschluss zugunsten einer Bebauung des Geländes um den Prämonstratenserberg getroffen. Diesem Vorhaben war Kritik einer Bürger*inneninitiative vorausgegangen. Trotz verschiedener Wünsche stimmte am Ende aber eine Mehrheit im Stadtrat für die Bebauung. In den nächsten Jahren soll ein neues Altstadt-Viertel entstehen, mit zahlreichen Wohn- und Geschäftshäusern.
Im ersten Schritt entwickelte das Stadtplanungsamt auf Grundlage eines städtebaulichen Konzeptes der Grundstückseigentümer (Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg mbH und Upwind Holding GmbH) einen Bebauungsplan-Vorentwurf. Mit diesem Entwurf sowie ersten städtebaulichen Ideen startete Magdeburg in die Bürger*innenbeteiligung. Für die Konzeption des gesamten Beteiligungsprozesses und die Durchführung aller Formate sind Lena Jahnke und ihr Team vom Berliner Büro für Stadtplanung und Partizipation AG Urban verantwortlich. Wir von Go Vocal freuen uns, den Prozess mit unserer Plattform zu unterstützen.
In einer ersten Projektphase sollten die Magdeburger*innen in grundsätzliche Fragen der Quartiersentwicklung einbezogen werden, dabei ging es bspw. um Erschließung, Nutzungsvielfalt und Wohnqualität, Gebäudestruktur und Stadtökologie. Drei verschiedene Beteiligungsformate wurden dafür realisiert: Vor-Ort-Ideenwerkstätten, eine kostenlose Sonderausstellung, die täglich vor Ort besucht werden konnte, und eine digitale Beteiligungsplattform, auf der auch das Veranstaltungsmodul genutzt wurde, um die Sichtbarkeit der analogen Events zu erhöhen.

Ausstellung und Plattform spiegelten sich inhaltlich. In beiden Fällen waren die Menschen aufgerufen, ihre Ideen, Wünsche und Bedenken einzureichen. Auf der Plattform ließen sich dafür entsprechende Bereiche auf einer Karte markieren. Mithilfe dieser Geoverortung konnten ganz gezielte Kommentare abgegeben werden.

Im Oktober 2024 startet Phase zwei. Zwischen beiden Beteiligungsphasen erfolgte die Überarbeitung des bisherigen Bebauungsplanvorentwurfes. Dabei flossen auch die Erkenntnisse aus der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung ein. Die einzelnen Entwicklungsschritte werden auf der Beteiligungsseite transparent begleitet.
In der 2. Phase der Beteiligung können die Bürger*innen ihre Stellungnahme zum Bebauungsplan-Entwurf digital abgeben. Sie können den Planentwurf direkt kommentieren oder einen Beitrag einreichen. Mit der Nutzung unserer innovativen Konveio-Einbindung um direkt im Bebauungsplan als PDF-Dokumente zu beteiligen liegt Magdeburg ganz vorne, denn es macht den gesamten Prozess viel interaktiver und einfacher. Nicht nur für die Bewohner*innen, sondern auch für die Menschen in der Behörde, die für die Auswertung zuständig sind. Gerade bei Projekten mit (stadt)planerischem Inhalt ist diese Integration zwischen Go Vocal und Konveio ein Meilenstein in puncto inklusiverer und partizipativerer Prozessgestaltung.

Im Anschluss an diese Phase folgt dann der Abstimmungsprozess, erst dann kann der überarbeitete Entwurf des Bebauungsplans dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden.
Insgesamt haben sich gut 350 Magdeburger Familien und Haushalte aktiv in den Prozess eingebracht. 4500 einzelne Besucher*innen konnte die Plattform bis dato verzeichnen. Laut Lena Jahnke hat das Großvorhaben um den Prämonstratenserberg durch den „Dreiklang“ (Ausstellung, Plattform, Veranstaltung) deutlich an Sichtbarkeit gewonnen.
Außerdem hat sie aus den bisherigen Erfahrungen 3 Tipps abgeleitet, die besonders gut funktioniert haben, um die Beteiligung zu fördern:
Die Plattform bietet Beteiligungsteams etliche Arbeitsunterstützung - etwa die KI-Analyse, die auch in Magdeburg genutzt wurde, um die Auswertung der Beiträge zu vereinfachen. Oder die hoch innovative Möglichkeit des interaktiven Planungsprozesses. Sie haben Pläne für Ihre Stadt oder Kommune und wollen Partizipation zum Fundament machen? Dann melden Sie sich für ein Beratungsgespräch.

Waddinxveen, eine Gemeinde in der Provinz Südholland, ist die am schnellsten wachsende Stadt der Niederlande und zählt heute fast 35.000 Einwohner*innen. 30 % von ihnen sind unter 25 Jahre alt, und bis 2050 wird dieser Anteil auf 40 % steigen. Dieser demografische Trend hat für die Gemeinde eine drängende Frage aufgeworfen: Wie bezieht man selbst die jüngsten Einwohner*innen in Entscheidungen über die Zukunft ein? Esther van Ellinkhuizen, Mitarbeiterin für Ratsangelegenheiten und Kinderbeteiligung, erklärt, wie sie das macht.
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In Rijswijk, einer Kommune mit rund 57.000 Einwohner*innen in Südholland, liegt ein Ort mit bemerkenswerter Geschichte. Am Hof van Sion entdeckten Archäolog*innen die Überreste eines Klosters aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Heute ist der Hof van Sion Teil von RijswijkBuiten, einem nachhaltigen neuen Stadtviertel. Als die Kommune dort einen neuen Gemeinschaftstreffpunkt schaffen wollte, fragte sie die Einwohner*innen, was sie sich wünschten. Diese teilten ihre Ideen online über eine interaktive Karte.

Amstelveen, direkt vor den Toren Amsterdams gelegen, arbeitet gemeinsam mit den Einwohner*innen an einer grüneren, einladenderen und inklusiveren Stadt. Über die Online-Beteiligungsplattform können Einwohner*innen langfristige Pläne für die Stadt mitgestalten, sich an der Planung neuer Stadtviertel beteiligen und Ideen für kleinere Verbesserungen einbringen, die im Alltag einen sichtbaren Unterschied machen.