11.500+ Teilnehmende, 100+ Projekte: Wie Amstelveen und Aalsmeer eine starke Beteiligungskultur aufbauen

Von
Sören Fillet
9/4/2026
6 minutes
Einwohnerzahl:
90,750

11.500+ Teilnehmende. 100+ Projekte. Amstelveen und Aalsmeer haben ihre Arbeitsweise grundlegend verändert – von fragmentierten Bürgerversammlungen und verstreuten Tools hin zu einer zentralen Plattform, auf der Bürger*innen Ideen einbringen, sich eingebunden fühlen und die Politik mitgestalten. Mit Go Vocal haben sie eine starke, skalierbare Beteiligungskultur aufgebaut.

Die wichtigsten Ergebnisse:

Wirkung, die wirklich zählt

Mehr als 11.500 Bürger*innen beteiligen sich aktiv – das sorgt für ein umfassenderes und differenzierteres Bild davon, was in beiden Kommunen wirklich wichtig ist.

Von Wochenarbeit zu schnellen Erkenntnissen

Dank KI-Analyse werden Hunderte Beiträge automatisch gebündelt und ausgewertet. Was früher Tage dauerte, geschieht heute in einem Bruchteil der Zeit.

Stärkerer Dialog, mehr Vertrauen

Bürger*innen führen durchdachte und respektvolle Diskussionen. Zudem sehen sie deutlich, was mit ihrem Beitrag geschieht – das stärkt das Vertrauen in politische Entscheidungsprozesse.

Von Bürgerversammlungen zu einem breiteren Beteiligungsansatz

Vor der Einführung der Plattform fand Beteiligung in beiden Kommunen vor allem über physische Versammlungen statt, häufig im Zusammenhang mit Bauprojekten oder der Neugestaltung öffentlicher Räume. So wertvoll diese Momente waren, erreichten sie nicht alle. Häufig kamen dieselben Bürger*innen wieder, während andere Gruppen unterrepräsentiert blieben. Gleichzeitig gab es zwar digitale Initiativen, doch diese waren über verschiedene Teams verstreut, erklärt Sharon Snoek, Senior Participation Advisor.

„Die Abteilung für Forschung und Statistik führte gelegentlich Umfragen durch, Kolleg*innen nutzten eigene Tools wie Typeform oder SurveyMonkey, und manche Befragungen waren auf Webseiten oder in PDF-Dokumenten versteckt. Dadurch war für Bürger*innen nicht immer klar, wo sie ihre Meinung äußern konnten. Wir brauchten einen anderen Ansatz, um mehr Menschen zu erreichen – insbesondere die ‚schweigende Mehrheit‘ –, die Beteiligung übersichtlicher zu organisieren und besser zu zeigen, was mit ihrem Beitrag geschieht.“

Ein ambitionierter Plan: ein zentraler Knotenpunkt für Beteiligung

Die Lösung war eine digitale Beteiligungsplattform, die als zentraler Raum für alle Projekte dienen konnte. Sie musste mehrere Herausforderungen gleichzeitig lösen:

  • Beteiligung für Bürger*innen erleichtern
  • Sichtbarkeit von Beteiligungsprojekten erhöhen
  • Mehr interne Struktur und Überblick schaffen

Auch Datenschutz spielte bei der Auswahl der Plattform eine wichtige Rolle. Nach einem gründlichen Vergleich erwies sich Go Vocal als beste Option.

„Go Vocal bot genau das, wonach unsere Kommunen gesucht haben: eine benutzerfreundliche Umgebung für Kolleg*innen und Bürger*innen gleichermaßen, mit einer Vielzahl an Online-Beteiligungsmethoden, die dabei helfen, Beteiligungsprozesse zu strukturieren.“

Starkes Wachstum bei der Beteiligung – ein enormer Unterschied

Seit dem Start der Plattform ist die Beteiligung stetig gewachsen. „In Amstelveen haben sich im ersten Jahr rund 1.000 Nutzer*innen registriert. Heute sind es über 9.500. Insgesamt haben sich mehr als 11.500 Bürger*innen beteiligt – bei einer Bevölkerung von rund 95.000 bis 100.000. Das ist eine breite Reichweite.“

In Aalsmeer (rund 30.000 Einwohner*innen) ist die Beteiligung sogar noch höher: Etwa 8.000 Bürger*innen haben bereits an Projekten teilgenommen. Doch es geht nicht nur um Zahlen: „Was ebenfalls auffällt, ist die Qualität des Dialogs. Die Diskussionen verlaufen bemerkenswert respektvoll und konstruktiv. Das macht es sowohl für Kolleg*innen als auch für Bürger*innen leichter, in einen sinnvollen Austausch zu treten.“

„Wir stellen fest, dass Bürger*innen auf der Go Vocal-Plattform durchdachter aufeinander eingehen als in sozialen Medien. Statt schneller Reaktionen entsteht ein tiefergehender, konstruktiver Dialog.“

Hybride Beteiligung: online und offline Hand in Hand

Auch wenn digitale Beteiligung eine zentrale Rolle spielt, investieren beide Kommunen weiterhin in physische Begegnungen. „Die Plattform macht es einfacher, Online- und Offline-Beteiligung miteinander zu verbinden“, erklärt Sharon.

„Bei einem Projekt zu Wasserspielplätzen haben wir zum Beispiel gesehen, dass dieses Thema für manche Bürger*innen nicht im Vordergrund stand – besonders in Vierteln mit mehr Sozialwohnungen. Sie haben oft ganz andere Prioritäten. Die Plattform erlaubt es uns, direkt zu diesen Gemeinschaften zu gehen, vor Ort mit Eltern und Kindern zu sprechen und all diesen Input trotzdem in die Plattform einfließen zu lassen.“ Alle Offline-Beiträge werden anschließend in die Plattform eingepflegt, wo sie für die Auswertung mit den Online-Beiträgen zusammengeführt werden.

Diese Funktion hatte Sharon ausdrücklich gewünscht, und sie wurde im Laufe der Zusammenarbeit entwickelt: „Ich habe wirklich das Gefühl, dass Go Vocal auf Produkt-Feedback hört. Ideen aus den Kommunen verschwinden nicht einfach in der Schublade – sie werden tatsächlich umgesetzt.“

Weniger manuelle Arbeit dank automatisierter KI-Analyse

Die Plattform veränderte auch die interne Arbeitsweise der Teams. Große Beteiligungsprojekte können Hunderte oder sogar Tausende Rückmeldungen generieren. Diese manuell zu verarbeiten, ist zeitaufwendig. Deshalb setzt das Team zunehmend auf die KI-Analysetools innerhalb von Go Vocal.

„Für viele Kolleg*innen war das ein Durchbruch. KI hilft uns, offene Antworten zu clustern, Themen zu identifizieren und schnell einen Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse zu gewinnen. Was früher Tage oder sogar Wochen dauerte, ist jetzt in einem Bruchteil der Zeit erledigt – mit klarer Berichterstattung sowohl an die Stadträte als auch an die Bürger*innen.“

„Früher lief die Berichterstattung auf unterschiedliche Weise ab. Heute verfolgen wir einen strukturierteren Ansatz mit klarer Dokumentation. Das stärkt auch das Vertrauen: Wenn Bürger*innen sehen, was mit ihrem Beitrag geschieht und wie Entscheidungen zustande kommen, wächst das Vertrauen in den Prozess.“

Ein Wandel im Denken innerhalb der Organisation

Die Einführung der Plattform veränderte nicht nur die Beteiligung für Bürger*innen – sie veränderte auch die interne Kultur. Um die Akzeptanz zu stärken, schufen Sharon und ihr Team die „Participation Garage“, einen Bereich innerhalb der Plattform, in dem Kolleg*innen Anleitung und Beispiele finden.

„Wir gehen aktiv auf Kolleg*innen zu, um zu zeigen, was Beteiligung für ihre Projekte bedeuten kann – durch Einzelgespräche, Projektauswertungen und das Teilen von Praxisbeispielen.“

„Man merkt, dass Kolleg*innen begeisterter werden, sobald sie den Wert von Beteiligung verstehen. Die Go Vocal-Plattform hilft dabei, Beteiligung zu einem festen Bestandteil des Arbeitsalltags zu machen – ein echter Mentalitätswandel, bei dem Beteiligung strukturell in der Organisation verankert wird.“

Beteiligung auf breitere Politikthemen ausweiten

Anfangs konzentrierte sich die Beteiligung vor allem auf räumliche Projekte – wie die Gestaltung von Vierteln, Kunst im öffentlichen Raum oder Spielplätze. „Das sind Themen, mit denen sich Bürger*innen leicht identifizieren können und zu denen sie oft eine klare Meinung haben“, sagt Sharon. Inzwischen experimentieren beide Kommunen mit Beteiligung auch bei weniger greifbaren Politikthemen.

„Das ist nicht immer einfach. Manche Politikthemen sind abstrakter, was es Bürger*innen erschwert, sich einzubringen. Aber wir suchen weiterhin nach Wegen, sie einzubeziehen.“ Ein Beispiel ist die Erkundung eines Wohnpanels – einer Gruppe von Bürger*innen, die regelmäßig Feedback zur Wohnungspolitik und -entwicklung gibt.

Go Vocal: eine Partnerschaft, die inspiriert

Amstelveen und Aalsmeer arbeiten eng mit dem Go Vocal-Team zusammen. Laut Sharon spielt ihr GovSuccess Manager eine zentrale Rolle: „Die Unterstützung geht über das Beantworten technischer Fragen hinaus. Das Team hilft bei strategischen Entscheidungen und teilt Beispiele aus anderen Kommunen.“

Außerdem nutzt sie häufig den Inspiration Hub der Plattform, um Projekte anderer Städte zu entdecken und Ideen zu sammeln.

Eine solide Grundlage für die Zukunft der Beteiligung

Nach mehreren Jahren blicken beide Kommunen positiv auf ihren Weg zurück.

Was als Suche nach mehr Struktur begann, hat sich zu einem umfassenderen Wandel entwickelt – in der Art und Weise, wie Bürger*innen in die Politikgestaltung einbezogen werden. Heute beteiligen sich Tausende Bürger*innen, die Diskussionen verlaufen konstruktiv, und politische Entscheidungsträger*innen gewinnen klarere Erkenntnisse aus dem Input der Gemeinschaft.

„Bei Beteiligung geht es nicht nur darum, Meinungen zu sammeln. Es geht darum, gemeinsam mit Bürger*innen bessere Entscheidungen zu treffen. Die Plattform macht diesen Prozess zugänglicher, transparenter und effektiver – und das ist unglaublich wertvoll.“

Möchten Sie die Beteiligung Ihrer Bürger*innen auf ein neues Niveau heben? Lassen Sie uns gemeinsam besprechen, wie Go Vocal helfen kann

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Sören Fillet

Sören hat ein tiefes Interesse an Politik und demokratischer Innovation. Er strebt danach, Geschichten zu erzählen, die Verwaltungen inspirieren und zu wirkungsvollerer Beteiligung anregen.