

Amstelveen, direkt vor den Toren Amsterdams gelegen, arbeitet gemeinsam mit den Einwohner*innen an einer grüneren, einladenderen und inklusiveren Stadt. Über die Online-Beteiligungsplattform können Einwohner*innen langfristige Pläne für die Stadt mitgestalten, sich an der Planung neuer Stadtviertel beteiligen und Ideen für kleinere Verbesserungen einbringen, die im Alltag einen sichtbaren Unterschied machen.
Eine wachsende Community von Teilnehmenden ist der Plattform beigetreten.
Einwohner*innen brachten Ideen zu zahlreichen lokalen Projekten ein.
Die Menschen unterstützten ihre Lieblingsideen und tauschten sich mit Nachbar*innen aus.
Amstelveen nutzt seine Beteiligungsplattform für ein breites Spektrum an Projekten.
Einwohner*innen sind eingeladen, sich die Zukunft der Stadt vorzustellen, Ideen miteinander zu diskutieren und zu teilen, wie Amstelveen ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren aussehen sollte. Sie können außerdem kleinere Verbesserungen für den öffentlichen Raum vorschlagen, Fragen stellen und zu bereits laufenden Projekten beitragen.
Durch die Kombination langfristiger Planung mit unmittelbareren, lokalen Initiativen schafft die Kommune mehr Möglichkeiten für Einwohner*innen und Beteiligte, an einer Stadt mitzubauen, in der sich alle zu Hause fühlen.
Niederländische Kommunen sind verpflichtet, eine Umgebungsvision zu erstellen, die ihren langfristigen Ansatz für die physische Umgebung festlegt.
Die Vision fasst die großen räumlichen Herausforderungen und strategischen Entscheidungen zu Themen wie nachhaltiger Entwicklung, Energiewende, Wohnraum, Stadtvierteln, öffentlichem Raum und Parks zusammen.
Im Mai 2021 lud Amstelveen Einwohner*innen, lokale Organisationen und Unternehmen ein, an der Gestaltung ihrer Zukunftsvision mitzuwirken.
Was funktionierte bereits gut? Was musste sich ändern? Und welche Themen sollte die Kommune in den kommenden Jahren priorisieren?

Die zentrale Frage war einfach: Wie sollte Amstelveen im Jahr 2040 aussehen?
Einwohner*innen konnten ihre Sichtweisen zu nachhaltiger Entwicklung, Mobilität und Erreichbarkeit, Wirtschaft, Sport und Freizeit sowie weiteren Aspekten des städtischen Lebens einbringen.
Die Teilnahme war online über die Beteiligungsplattform möglich, doch die Kommune bot auch eine Offline-Option an. Eine mobile Videokabine namens Babbelbox besuchte verschiedene Orte in Amstelveen. Einwohner*innen konnten hineingehen und eine kurze Videobotschaft mit ihren Ideen für die Zukunft aufnehmen.
Beiträge sowohl von der Plattform als auch aus der Videokabine flossen in die Erarbeitung der Umgebungsvision durch die Kommune ein.
Online- und Offline-Beteiligung bieten jeweils unterschiedliche Vorteile. Persönliche Formate wirken oft persönlicher und eignen sich besonders gut für Menschen, die sich mit digitaler Beteiligung weniger wohlfühlen. Online-Beteiligung bietet dagegen Flexibilität und ermöglicht es den Menschen, dann beizutragen, wann und wo es ihnen passt.
Durch die Kombination beider Ansätze konnte Amstelveen das Projekt einem breiteren Kreis von Einwohner*innen zugänglich machen.
Die Umgebungsvision blickt auf die langfristige Zukunft Amstelveens, doch die Kommune wollte auch, dass Einwohner*innen dabei helfen, die Stadt schon heute zu verbessern. Deshalb nehmen Begrünungsprojekte einen wichtigen Platz auf der Beteiligungsplattform ein.
Amstelveen unternahm bereits Schritte, um die Stadt grüner und gesünder zu machen. Die Kommune prüfte regelmäßig, wo mehr Grün entstehen könnte, und pflanzte im Herbst 2019 fast eine halbe Million Blumenzwiebeln in der ganzen Stadt.
Um weitere Ideen zu sammeln, lud sie Einwohner*innen außerdem ein, kleinere Wege vorzuschlagen, den öffentlichen Raum zu verbessern und zu begrünen. Könnte eine ungenutzte Fläche zu einem Gemeinschaftsgarten werden? Würde ein Insektenhotel gut in einen örtlichen Park passen? Sollte die Stadt einen Schmetterlingsgarten oder einen kleinen Stadtwald anlegen?
Einwohner*innen konnten Ideen einreichen, sie auf einer Karte verorten, mit Nachbar*innen darüber diskutieren und die Vorschläge unterstützen, die ihnen am besten gefielen. Die Ideen inspirierten nicht nur mögliche Projekte – sie stießen auch nützliche Gespräche darüber an, wie der öffentliche Raum bereits genutzt wird.
Eine Einwohnerin schlug vor, eine örtliche Grünfläche in einen Gemeinschaftsgarten umzuwandeln. Andere Einwohner*innen wiesen darauf hin, dass dieselbe Fläche ein beliebter Spielort für Kinder aus der Nachbarschaft sei. Ein Elternteil veröffentlichte sogar eine Antwort, die das eigene 11-jährige Kind verfasst hatte.
Der Austausch gab der Kommune ein umfassenderes Bild der unterschiedlichen Bedürfnisse rund um diese Fläche und zeigte, wie selbst kleine lokale Entscheidungen davon profitieren können, mehrere Perspektiven zu berücksichtigen.
Neben dem Sammeln von Ideen über die Plattform bietet Amstelveen praktische und finanzielle Unterstützung für Einwohner*innen, die ihr eigenes Umfeld grüner gestalten möchten. Gründächer und begrünte Fassaden können die Biodiversität verbessern und Regenwasser aufnehmen. Auch das Entfernen von Pflasterungen in Privatgärten kann helfen, Starkregen zu bewältigen, während kleine Vorgärten für mehr Grün und Schatten in Wohnstraßen sorgen.
Indem sie Maßnahmen sowohl auf kommunaler als auch auf Haushaltsebene unterstützt, bietet Amstelveen den Einwohner*innen mehrere Möglichkeiten, zu einer grüneren Stadt beizutragen.
De Scheg ist ein geplantes Wohngebiet südlich von Westwijk, nahe der Grenze, jenseits derer wegen des Flugverkehrs nicht mehr gebaut werden darf. Bereits 2015 entwickelte der Gemeinderat von Amstelveen eine erste Vision, das Gebiet in ein nachhaltiges, energieeffizientes und grünes Stadtviertel zu verwandeln. Einwohner*innen und weitere Beteiligte wurden zu den ersten Plänen konsultiert, die die Art der zu bauenden Wohnungen sowie die Struktur von Straßen, Wasserwegen und Grünflächen umfassten.
Die Pläne wurden 2020 aufgrund geänderter Vorgaben zum Flugverkehr überarbeitet. Als das Projekt wieder Fahrt aufnahm, hielt es die Kommune für wichtig, die Gemeinschaft erneut um Rückmeldung zu bitten.
Städtebauliche Pläne für jeden Teilbereich von De Scheg wurden zusammen mit den relevanten Hintergrundinformationen auf der Beteiligungsplattform veröffentlicht. Einwohner*innen und weitere Beteiligte konnten Fragen stellen, auf Fragen anderer antworten und die Entwicklung des neuen Stadtviertels an einem zentralen Ort verfolgen. Ihre Beiträge halfen Amstelveen, gemeinsam mit den künftigen Bewohner*innen weiter an einem neuen Stadtviertel zu arbeiten.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatten sich fast 2.100 Einwohner*innen Amstelveens auf der Beteiligungsplattform registriert.
Gemeinsam hatten sie:
Viele der Projekte waren noch aktiv, weshalb diese Zahlen eher eine Momentaufnahme als ein endgültiges Gesamtergebnis darstellten.
Die Vielfalt der Projekte zeigt zudem, wie eine einzige Plattform Beteiligung auf unterschiedlichen Ebenen unterstützen kann. Einwohner*innen können zu einer langfristigen Vision für die gesamte Stadt beitragen, die Entwicklung eines neuen Stadtviertels verfolgen oder eine kleine Verbesserung in ihrer unmittelbaren Umgebung vorschlagen.
Für Amstelveen bedeutet der Aufbau einer grüneren und inklusiveren Stadt nicht nur, die Einwohner*innen nach ihrer Meinung zu fragen. Es bedeutet, ihnen regelmäßige, zugängliche Wege zu bieten, den Ort mitzugestalten, an dem sie leben.
%2520copy.webp)
In Rijswijk, einer Kommune mit rund 57.000 Einwohner*innen in Südholland, liegt ein Ort mit bemerkenswerter Geschichte. Am Hof van Sion entdeckten Archäolog*innen die Überreste eines Klosters aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Heute ist der Hof van Sion Teil von RijswijkBuiten, einem nachhaltigen neuen Stadtviertel. Als die Kommune dort einen neuen Gemeinschaftstreffpunkt schaffen wollte, fragte sie die Einwohner*innen, was sie sich wünschten. Diese teilten ihre Ideen online über eine interaktive Karte.

Amstelveen, direkt vor den Toren Amsterdams gelegen, arbeitet gemeinsam mit den Einwohner*innen an einer grüneren, einladenderen und inklusiveren Stadt. Über die Online-Beteiligungsplattform können Einwohner*innen langfristige Pläne für die Stadt mitgestalten, sich an der Planung neuer Stadtviertel beteiligen und Ideen für kleinere Verbesserungen einbringen, die im Alltag einen sichtbaren Unterschied machen.

Am Rand von Paris, im Département Val-de-Marne, liegt Charenton-le-Pont – eine ruhige Stadt mit 31.000 Einwohner*innen. Am Zusammenfluss von Marne und Seine, direkt am Bois de Vincennes gelegen, hat die Stadt alle Voraussetzungen, um zu einem Zentrum für Radverkehr und andere aktive Mobilitätsformen zu werden. Und was liegt da näher, als die Bürger*innen einzubeziehen, um gemeinsam einen durchdachten Fahrradplan zu entwickeln?